Künstliche Intelligenz - Dienstag, 29.11.2018

Ein geflügeltes Wort lautete lange „Computer sind dumm“. Sie führen blind vorgegebene Rechenschritte aus, ob sie sinnvoll sind oder nicht. Aber gilt das auch heute noch?

Wäre der Kühlschrank noch dumm, der automatisch im Laden neue Milch bestellt? Ist „Alexa“ dumm, die auf Zuruf Haustechnik steuert, mir ein Wunschlied vorspielt oder den Griff zum Brockhaus ersetzt?

War der Google-Übersetzer vor 5 Jahren noch eindeutig dumm, so staunt man heute, was er alles gelernt hat. Wo geht das primitive „wenn-dann“ über in selbstlernende Systeme? Sind autonome Autos schon intelligent oder haben sie nur besonders ausgefeilte vorgegebene Algorithmen?

Je mehr Entscheidungen wir an Maschinen abgeben, desto dringender stellt sich die Frage nach der Moral in Algorithmen. Automatisierte Tötungsdrohnen, Autos, die entscheiden sollen, wen sie im Zweifelsfall eher überfahren: es werden ganz neue ethische und Rechtsprobleme aufgeworfen.

Künstliche Intelligenz stellt menschliche Arbeitsplätze in Frage, die bisher ungefährdet schienen. Wir wird sich die Arbeitswelt verändern? Und schließlich die spannendste Frage: wenn in der biologischen Evolution der Übergang von weitgehend maschinenhaft reagierenden primitiven Tieren zu einem autonom handelnden Menschen stattgefunden hat, kann das auch bei der Evolution der Maschinen passieren?Konkurriert der Mensch irgendwann mit Computern um die Macht, oder sind das Hirngespinste.

Es diskutieren

Christian Hohlfeld, EDV-Entwickler

Mia Koch, Deutscher Gewerkschaftsbund

Dr. Gernot Meier, Studienleiter für Wissenschaft, Kultur, Medien und Weltanschauungen der Ev. Kirche in Baden